08.08.2017 - 01:01 Uhr

Mondfinsternis

Vorhin saß ich in der Dämmerung am Feld hinterm Haus. Es war wie in einer Glocke aus Lärm - Autobahn, Bundesstraße, Kerwa, Bahnlinie, Flugzeuge, Hubschrauber - von allen Seiten auf mich eingedröhnt. Das Bild vom Wald, der Wiese und den Feldern um mich rum hat überhaupt nicht dazu gepasst. Das komplette Gegenteil, friedlich, ausgewogen, stimmig.
So in der Art: die Welt ist in absoluter Ordnung, alles strebt nach Gleichgewicht, der ganze Dreck, das Chaos, die Zerstörung, die wir produzieren, die vielen vielen vielen Leute überall... es passt alles, das ist nur eine kurze Episode in etwas viel Größerem. Man kann sich enspannt  zurücklehnen und einfach alles auf sich zukommen lassen.

Es gab heute auch eine kurze partielle Mondfinsternis. Wenige Minuten nachdem die Sonne hinterm Wald verschwunden ist, ist auf der gegenüber liegenden Seite ein fetter, gelber Vollmond aufgegangen, angebissen an einer Seite.
Die kurzen Momente zwischen Sonnenuntergang und Mondaufgang wollte ich nutzen, den Zwischenraum. Das waren die paar Minuten, um mich wieder zu fangen heute (die letzten zwei Tage hatten viele unschöne Überraschungen im Programm).
Beim Zurückgehen hat es aus den Wohnzimmern der meisten Häuser blau herausgeflimmert. Die Mondfinsternis haben glaube ich nur sehr wenige hier wahrgenommen. Aber das war gut, weil ich das Feld mal wieder allein für mich hatte.


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